Zeitgeist.

Wir sind müde
und können doch nicht schlafen.
Wir ringen schon nach Luft
und rennen trotzdem
immer weiter.
Wir haben ständig Bauchweh
und werden niemals satt.
Was uns noch fehlt
zum großen Glück,
das glauben wir
bezahlen zu können.
Doch die Angst
sitzt uns im Nacken
und raubt uns den Verstand.
Wir sehnen uns
nach Liebe,
doch wissen nicht mehr
wie sie geht.
Am Ende
sind wir einsam,
denn ein gemeinsam
haben wir nie
erlebt.

Mutter.

Ich trauere nicht
um deinen Tod,
denn es ist mir
ein Trost,
die Gewissheit
zu haben,
dass du
keine Schmerzen
mehr hast.
Aber ich trauere
um all die Jahre,
die du wütend
am Leben warst
und mir nicht
beibringen konntest
ein glücklicher Mensch
zu sein.

Wesentlich.

Ungeduldig japsen wir
ein Leben lang
dem Sinn
hinterher.
Wir stolpern
über Steine
und rennen
gegen Wände.
Wir fallen
in Löcher
und erklimmen
Berge.
Und stellen dann fest,
dass das Wesentliche
die ganze Zeit
allgegenwärtig
war.

Herzmitte.

Mit mir
in einer Mitte stehen
und das Feuer
brennen spüren.
Mit offenem Herzen
der Welt begegnen
und mich tragen lassen
von der Wärme des Moments.
Mit dem Leben an der Hand
in Liebe baden
und mich im Frieden
geborgen fühlen.
Das Morgen nicht fürchten
und nicht trauern um das Gestern
sondern da sein.
Frei und
unbeschwert.

Leben.

Als die Liebe uns fand
in einem Moment
zwischen Schwere
und Leichtigkeit,
waren wir uns
Wachstum und Wahnsinn
zur gleichen Zeit.
In nur einem Atemzug
brannten wir nieder
und erfanden uns
neu.
Und jeder Augenblick davon
war es wert gelebt zu werden.